Wirtschaftsingenieurwesen
PostTime:2014-03-28 Views:3412
    
 
 
Arbeiten an den Schnittstellen zwischen technischen und betriebswirtschaftlichen Fragestellungen: Das ist das Berufsbild des Wirtschaftsingenieurs. Das Studium des Wirtschaftsingenieurwesens schult also neben dem Erwerb gezielten Fachwissens die Fähigkeit, übergreifende Zusammenhänge zu erfassen, flexibel und überlegt zu reagieren und Menschen zu führen. Soft Skills wie Teamfähigkeit, Verhandlungsgeschick und interkulturelle Kompetenz werden vermittelt, die im Berufsalltag vorausgesetzt werden.
 
Technische und betriebswirtschaftliche Aspekte sind heutzutage im Unternehmen immer weniger klar zu trennen und unterschiedlichen Bereichen zuzuordnen. Die integrierte Sichtweise der Problemstellungen und die Fähigkeit zur integrierten Problemlösung- das ist die Kernkompetenz des Wirtschaftsingenieurs.
 
Das Spektrum der Einsatzfelder ist nahezu unbegrenzt - die Ausbildung des Wirtschaftsingenieurs ist eine breit angelegte Querschnittsqualifikation. Dieser Generalist ist im Unternehmen vielseitig einsetzbar: in eher technisch orientierten, in eher betriebswirtschaftlich orientierten und in klassischen schnittstellenorientierten Bereichen. Eines bleibt aber immer Kennzeichen seiner Berufstätigkeit: Er versteht beide Sprachen und Denkweisen, sowohl die der Betriebswirte als auch die der Ingenieure und eignet sich ideal als Übersetzer, Integrator und Moderator. Damit ist er schon von seiner Hochschulausbildung her in der Lage, klassische Führungsfunktionen auszuüben.
 
Mögliche Tätigkeiten eines Wirtschaftsingenieurs wären demnach:
       • Controller (also betriebswirtschaftlicher "Lotse") für technische Fachbereiche,
       • Technischer Einkäufer,
       • Vertriebsingenieur,
       • Technischer Planer,
       • Projektleiter,
       • Marketing-Spezialist für technische Anlagen.
 
Zur Realisation dieser Perspektiven absolvieren die CDHAW-Studierenden ein Curriculum mit folgenden Inhalten (die hierbei ausgewiesenen Kurzsemester sind im chinesischen Bildungssystem üblich und dienen zur Verbesserung der Studierbarkeit eines Programms).
 

Studienphase          

Lehrinhalte

1. Semester

  • Mathematik, Deutsch, Nicht WI-spezifische Fächer, Grundpraktikum

2. Semester     

  • Mathematik, Physik, Informatik, Werkstoffkunde und Konstruktionslehre, Deutsch

1. Kurzsemester  

  • Deutsch, Grundpraktikum

3. Semester

  • Mathematik, Elektrotechnik, Konstruktion/Maschinenelemente/CAD, Technische Mechanik, Allg. BWL, Nicht WI-spezifische Fächer, Deutsch

4. Semester

  • Wiss. Arbeiten, Grundlagen VWL, Prozess-Management, Wirtschaftsinformatik, Fertigungstechnik, 2. Fachsprache,
    Nicht WI-spezifische Fächer, Vertiefungsfach

2. Kurzsemester

  • Deutsch

5. Semester

  • Internationale Handelstheorie, Einkauf/Beschaffung, Logistik- u Produktionswirtschaft, Investition und Finanzierung,
    Rechnungswesen und Controlling, Messen/Steuern/Regeln, 2. Fachsprache, Vertiefungsfach

6. Semester

  • Softskills, Unternehmensführung, -planung u. Organisation,
    Marketing, Fabrikplanung, Qualitätsmanagement,
    Vertiefungsfach

3. Kurzsemester

  • Projektmanagement, Studienarbeit

7. Semester

  • Schwerpunktmodul (variiert je nach Konsortialpartner)

8. Semester

  • Praktikum, Bachelorarbeit
 
Die zentrale Prämisse des CDHAW-Projektes – also Praxis- und Anwendungsorientierung – erfährt in diesem Curriculum selbstverständlich durch einen hohen Anteil an Laborübungseinheiten Beachtung.
 
Die folgenden Beispiele geben einen Einblick in die Spannweite der darin behandelten Themen:
 
Technische Mechanik
       • Zusammenfassung von Kräften zu Resultierenden
       • Lagerung von Körpern und Anwendung des Schnittprinzips
       • Systeme im Gleichgewicht
       • Coulombsche Haft- und Gleitreibung
       • Zusammenhang zwischen Spannung und Dehnung über das Materialgesetz
       • Auswirkungen der Beanspruchungen Zug/Druck, Biegung, Schub, Torsion
       • Praktische Anwendung der Festigkeitslehre: statischer und dynamischer Festigkeitsnachweis von Bauteilen
 
Fertigungstechnik
       • Zerspanungstechnik, Umformtechnik, Werkzeugmaschinen, CNC-Programmieren
 
Maschinenelemente
       • Eigenschaften lösbarer Verbindungen wie Schrauben, Stifte, Niete
       • Eigenschaften nicht-lösbarer Verbindungstechniken wie Schweißen, Löten, Kleben
       • Berechnungsmethoden für die unterschiedlichen Verbindungstechniken
       • Verbindungen von Welle und Nabe
 
Physik
       • Mechanik: Kinematik und Dynamik von Massepunkten und starren Körpern
       • Thermodynamik: Zustandsgrößen und Zustandsänderungen idealer und realer Gase
 
 Elektrotechnik
       • Gleichstromlehre: Einfacher Stromkreis, Netzwerkanalyse,Ersatzspannungsquelle
       • Elektrostatik und Elektromagnetismus: physikalische Grundlagen, Kapazität und Induktivität, Induktionsgesetz
       • Motor und Generator, Transformator
       • Wechselstromlehre: Berechnungsmethodik, Anwendungen (Modulation, Spektralanalyse)
       • Halbleitertechnik und Signalverarbeitung, Transistor,Operationsverstärker, Filterung
       • Digitaltechnik: Digitalisierung, digitale Signalverarbeitung
 

Das Modulhandbuch finden Sie hier.

Course Schedule_WS2017_7_WI: